Eine wirksame Methode, die motorischen Fähigkeiten des Babys frühzeitig zu fördern, ist das Schwimmen. Hierbei handelt es sich aber nicht um einen Schwimmkurs im herkömmlichen Sinn. Die motorischen Fähigkeiten, um die Technik zu erlernen, sind bei den meisten Kindern erst etwa im Alter von 4 Jahren vorhanden. Ein Schwimmkurs mit einem Baby ist ein besonderes Erlebnis. Einerseits wird die Entwicklung der Motorik und des Gleichgewichtsinnes unterstützt und andererseits wird das Sicherheitsgefühl des Babys gestärkt. Es nimmt wahr, dass es sich auch in dieser Situation auf seine Eltern verlassen kann.
Ein Schwimmkurs für Babys wird etwa ab dem 3. Lebensmonat empfohlen. Allerdings besteht auch die Möglichkeit früher, etwa ab der 8. Woche, damit zu beginnen. Voraussetzung dafür ist, dass das Kind gesund ist und es sich nicht um ein sogenanntes Frühchen handelt. Außerdem sollte es schon in der Lage sein, das Köpfchen in der Bauchlage allein zu heben und zu halten. Das erleichtert den Aufenthalt im Wasser ungemein. Ratsam ist es, dass das Baby langsam mit dem Element vertraut gemacht wird. Die Umgebung in einer Schwimmhalle ist neu und es kann leicht zu einer Reizüberflutung durch die verschiedenen Geräusche kommen. Reagiert das Kind darauf ängstlich oder lässt sich nicht mehr beruhigen, dann ist es ratsam, den Kurs zu einem späteren Zeitpunkt zu starten. Wie bei allen anderen Dingen ist es für die Entwicklung wesentlich, dass sich das Baby sicher und geborgen fühlt.
Das Säuglingsschwimmen wirkt sich positiv auf die Gesundheit und Entwicklung aus. Zum einen wird das Immunsystem gestärkt. Der Wechsel vom warmen Wasser zur kühlen Luft stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte und scheint einen ähnlichen Effekt wie die Sauna zu haben. Die Eltern müssen nur darauf achten, dass der kleine Schwimmer sofort warm eingepackt wird, wenn er aus dem Wasser kommt. Dieses hat eine Temperatur von etwa 32 °C. Um die empfindliche Haut vor Reizungen durch das chlorhaltige Wasser zu schützen, ist gründliches Duschen nach dem Kurs notwendig. Nach der Dusche wird gründlich abgetrocknet und die Haut mit einer speziellen Baby-Lotion eingecremt. Für den Nachhauseweg wird das Kind warm eingepackt. In jedem Fall sollte die Mütze nicht vergessen werden. Nicht vergessen: Schwimmen macht hungrig. Das gilt sowohl für die Eltern als auch für den Nachwuchs. Bei der Zeitplanung sind daher kleine Mahlzeiten zu berücksichtigen. Neben der Stärkung der Abwehrkräfte wird die Motorik geschult. Das Baby kann sich im Wasser wesentlich leichter bewegen als auf dem Trocknen. Ursache dafür ist die fehlende Schwerkraft. Der kleine Schwimmer kann seine Gliedmaßen nach Herzenslust bewegen und fröhlich planschen und strampeln. Hierbei werden die Durchblutung und der Kreislauf optimal angeregt. Bei all diesen spielerischen Übungen liegt der Säugling sicher auf den Händen der Eltern. Dieser intensive Kontakt stärkt die Eltern-Kind-Bindung.
Diese speziellen Kurse werden in fast allen Schwimmbädern angeboten. Geschultes Personal leitet dabei die Eltern an, eine Unterrichtsstunde dauert etwa 15 bis 20 Minuten. Sind die Säuglinge älter bzw. an das Umfeld gewohnt, dann kann auf etwa 30 Minuten verlängert werden. Dabei geht es um den Spaß und nicht um Höchstleistungen. Wenn der Säugling seinen Unmut lautstark äußert, dann sollte er nicht gezwungen werden.




