6. Feb. 2011

Bei der frühen Kindheit und ihrer Entwicklungsphasen ist die Zeit von der Geburt bis zur Einschulung gemeint. Betrachtet wird meist die motorische, geistige, körperliche und soziale Entwicklung gesunder Kinder. Dabei müssen Eltern natürlich beachten, dass es sich immer nur um Empfehlungen und grundsätzliche Richtwerte und Meilensteine in der Entwicklung handelt. Jedes Kind ist individuell und entwickelt sich entsprechend nicht zwangsläufig in allen Bereichen gleich schnell. Ziel einer erfolgreichen, liebevollen Erziehung im frühkindlichen Alter ist in erster Linie, das Kind optimal in seiner Entwicklung zu unterstützen, sodass es sein Potenzial voll entwickeln kann.

Seit vielen Jahren ist es wissenschaftlich nachgewiesen, dass die ersten Jahre eines Kindes das wichtigste Zeitfenster für seine Lernerfolge darstellen. Dinge, die in dieser Zeit erlernt werden, legen Grundlagen für alle späteren Lernprozesse. Gerade durch die unterdurchschnittlich schlechten Ergebnisse der PISA-Studien, die sich mit dem Bildungsstand von Schulkindern befassen, wird die frühkindliche Bildung in Deutschland vor allem unter dem Gesichtspunkt der Vorbereitung auf die Schulzeit betrachtet. Gerade in den ersten 3 Jahren spielen vor allem die primären Bezugspersonen und ihre Beziehungen zum Kind die wichtigste Rolle bei der Erziehung. Durch sie lernen Kinder über soziales Miteinander und entwickeln ihre Persönlichkeit und ihr Selbstbewusstsein. Ab dem 4. Lebensjahr wird es allerdings immer wichtiger für Kinder auch außerhalb der Familie soziale Kontakte zu knüpfen, um ihren Horizont und die Bandbreite ihrer Erfahrungen zu erweitern.

Die vier Bereiche, denen bei der Diskussion der Entwicklungsschritte besondere Beachtung geschenkt wird, sind: Sprache und Kommunikation, emotionale und soziale Beziehungen, Bewegung sowie spielen, gestalten und experimentieren. Wer sich beispielsweise die Konzepte von Kindergärten ansieht, wird diese Bereiche meist individuell reflektiert erkennen. Durch den Staat werden in Deutschland diverse Maßnahmen zur Förderung der kindlichen Entwicklung in den ersten 6 Lebensjahren koordiniert und finanziert. Kindergärten, Vereine, Jugendämter und Vorschulen arbeiten dabei häufig direkt zusammen. Drehkreuz und Mittelpunkt ist dabei das Bundesfamilienministerium, welches regelmäßig unterstützende Studien in Auftrag gibt. Im Vordergrund steht dabei oft die Integration und sprachliche Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund. Eine zentrale Initiative hat beispielsweise den gezielten Einsatz von Halbtagskräften zur Sprachförderung zum Ziel.

Um Kinder gezielt und ihres Entwicklungsstandes entsprechend fördern zu können, müssen Eltern lernen die Signale ihrer Kinder besser zu verstehen und ein Grundverständnis für die verschiedenen Entwicklungsstufen entwickeln. An Ratschlägen mangelt es dabei meist nicht, in Deutschland sind derzeit mehr als 300 Erziehungsratgeber auf dem Markt. Gerade für Eltern, die nicht nah an ihren eigenen Eltern leben, ist es wichtig, Netzwerke mit anderen Eltern zu bilden und Beratungsangebote anzunehmen, falls es Unsicherheiten gibt.

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