25. Jan. 2011

Auch bei der größten Vorsorge können Unfälle und gesundheitliche Probleme beim Baby nicht vollständig vermieden werden. Sei es, dass das Baby aus dem Bett fällt, sich am Herd verbrüht oder unter plötzlicher Atemnot leidet. Für solche Fälle ist es von enormer Wichtigkeit, dass die Eltern die Ruhe bewahren und Maßnahmen zur Ersten Hilfe leisten können. Im Idealfall sollten Kindeseltern alle zwei bis drei Jahre einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren, wie es von Ärzten und Krankenhäusern gemeinhin empfohlen wird. Kann dies nicht realisiert werden, sollten die Eltern sich zumindest über die wichtigsten Sofortmaßnahmen informieren. Das Wichtigste bei einem Notfall ist, sofort den Notdienst zu rufen. Wenn die eigene Behandlung fehlschlägt, muss der Krankenwagen so schnell wie möglich zur Stelle sein. Anschließend können eigene Erste-Hilfe-Maßnahmen folgen, die überlegt und sorgfältig, aber auch ohne Verzögerung erfolgen müssen.

Ein häufiger Notfall bei Babys ist der sogenannte Pseudo-Krupp-Husten. Er äußert sich darin, dass das Kind, meistens nachts, nicht mehr ungehindert atmen kann und stark husten muss. Abhilfe schafft oft schon, den Säugling in eine feucht-kalte Umgebung zu bringen, beispielsweise ins Bad mit laufendem, warmen Wasser, in die Küche vor den Kühlschrank oder vor das geöffnete Fenster. Auch die Eingabe von kaltem Wasser kann dem Baby oft helfen. Haben diese Maßnahmen keinen Erfolg, muss umgehend der Notarzt gerufen werden. Wenn das Baby gar keine Luft bekommt, muss sofort Erste Hilfe gegen Ersticken geleistet werden.

Eine starke Atemnot kann verschiedene Ursachen haben. Es kann sein, dass ein Fremdkörper in die Luftröhre gelangt ist, der die Atmung behindert oder vollständig blockiert. Um die Blockade zu entfernen, muss das Baby mit dem Bauch auf die Knie gelegt werden, sodass der Kopf tiefer als der Unterkörper liegt. Das Gesicht sollte mit der Handoberfläche vor den Knien gestützt werden. Anschließend muss die Hilfe leistende Person viermal auf den Rücken des Kleinkindes schlagen. Der Schlag sollte nicht so fest wie bei Erwachsenen erfolgen, aber fest genug, um die Blockade zu lösen. Eine weitere Alternative ist der sogenannte Heimlich-Handgriff, bei dem wiederholter Druck auf den oberen Bauch ausgeübt wird. Manchmal reicht es auch schon, die Atemwege freizumachen, indem der Kopf im Liegen leicht nach hinten gedrückt wird. Bleibt die Reaktion aus, sollte das Kind feste an den Oberarmen gedrückt werden. Wenn aber alle Maßnahmen ohne Erfolg bleiben, muss die helfende Person sofort mit der Wiederbelebung beginnen. Dafür wird mit dem Zeige- und Mittelfinger einen Fingerbreit unter dem Brustbein Druck ausgeübt. Das Brustbein liegt auf der Höhe der Brustwarzen. Nach 15-maligen Drücken wird zweimal Luft durch die Nase geblasen, wofür der Mund zugehalten werden muss. Diese Sequenz sollte immer wieder wiederholt werden, bis das Kind wieder atmet oder Hilfe kommt.

Bei einer Verbrennung oder Verbrühung ist es wichtig, dass die geschädigte Stelle sofort gekühlt und anschließend steril abgedeckt wird (nicht im Gesicht!). Bei einer Verbrühung sollte die Kleidung sofort entfernt werden, bei einer größeren Verbrennung muss sie am Körper gelassen werden, da sie sich eingebrannt haben könnte. Anschließend muss das Kind warm und ruhig gehalten werden, bis der Notarzt kommt. Auf die Anwendung von Hausmitteln sollte verzichtet werden.

Kategorie:      Kinder Zusammenleben

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