16. Dez. 2010

In der Regel wird in breiten Bevölkerungsschichten immer noch das Familienbild als klassisch angesehen, das in der Zeit von 1850 entstand und bis nach 1950 in Deutschland zahlreich vorkam. Die Eltern lebten in einer Ehe zusammen und hatten in der Regel mehrere Kinder. Dabei kam dem Vater grundsätzlich die Rolle des Ernährers zu. Gleichzeitig war er der Haushaltsvorstand, welcher die wichtigen Entscheidungen traf. Die Ehefrau war in erster Linie Hausfrau, ging jedoch in 70 Prozent dieser Familien noch einer kleinen Nebenbeschäftigung nach, um das Familieneinkommen aufzubessern. Das konnte sie als Putzfrau oder als Zeitungsausträgerin tun. Hauptsächlich galt, dass diese Arbeiten den Haushalt und die Kindererziehung nicht beeinflussen durften. So hatte eine Frau eine große Last bei der Alltagsbewältigung zu tragen.

Diese klassische Rollenaufteilung änderte sich allerdings nach 1960, als neue Lebensformen an Bedeutung gewannen. Kommunen, Wohngemeinschaften und ein Zusammenleben ohne Trauschein lockerten das bestehende Familienbild immer weiter auf. Nach 1990 etablierte der zunehmende Wertewandel ein immer weiter veränderbares Familienbild. Auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften wurden offiziell.

Eine klassische Familie gibt es in Deutschland an sich eigentlich nicht mehr. Das Zusammenleben von Mutter, Vater und Kind ist neuen Studien zufolge ein Auslaufmodell. Besonders in den neuen Bundesländern ist das Zusammenleben in der klassischen Familienform enorm zurückgegangen. In der Bundeshauptstadt Berlin werden an die 50 Prozent der Kinder nur von einem Elternteil oder von Paaren betreut, die nicht verheiratet sind. Die Tendenz dieser Lebensweisen ist steigend.

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